Station 4
Hallöchen! Wie gut, dass Du wieder da bist, dann kannst Du hören, wie es weiterging mit meinem Abenteuer am Wiesenbek.
Nur noch ein paar Schritte weiter, dann entdeckst Du schon den Wiesenbeker Teich… Wenn Du geradeaus zum Ufer gehst, siehst Du gleich gegenüberliegend einen Felsen im Wasser … Wenn ich meinen Freund Kuno, den Karpfen, treffen möchte, gehe ich dorthin und klopfe drei mal mit der flachen Hand auf die Wasseroberfläche. Dann weiß Kuno, dass sein Zwergenfreund Friedel da ist. Auf seinem Rücken über den See zu sausen, macht mir sonst immer einen Riesenspaß, aber Wuschel, das Eichhörnchen, und ich waren ja hier, um Kuno zu fragen, warum das Wasser des Hüttengrabens mir bei Vollmond „Hilf mir … hilf mir …“ zuraunte und wer so dringend die Hilfe des Wächterzwergs vom Scholben benötigte. Als der Mond aufgegangen war, klopfte ich also dreimal unser verabredetes Erkennungszeichen, und schon sah man, wie sich am anderen Teichufer wellenförmige Wasserbewegungen in Gang setzten. Kurze Zeit später tauchte Kuno vor uns auf und begrüßte mich freudig. Als ich ihm meine Geschichte erzählte, dass ich bei Vollmond am Hüttengraben saß und das säuselnde Wasser mich um Hilfe bat, machte er ein sehr nachdenkliches und besorgtes Gesicht … Er hatte tatsächlich etwas beobachtet.
Kuno berichtete, dass so ungefähr vor 6 Vollmonden etwas Merkwürdiges am Seeufer zum Grillental vor sich ging. Dort, wo früher der alte Campingplatz war, zog sich bei Mondschein ein Nebelring um das Ufer, sodass man nicht hindurchschauen konnte … Auch wurde das Wasser so trübe und morastig, dass Kuno nicht mehr hindurchschwimmen konnte. Außerdem saßen zu jeder Seite drei Eichelhäher auf den höchsten Bäumen und schepperten ihren Warnschrei, sobald sich ein Tier der hintersten Stelle des Teiches näherte, dort, wo der Wasserzulauf vom Grillental ist.
Kuno hatte schon in früheren Zeiten merkwürdige Begebenheiten am Wiesenbeker Teich beobachtet – im Laufe der vielen Jahre geschahen immer mal wieder Dinge, die er nicht zuordnen konnte, und er vermutete, dass die Hexen ihre Finger im Spiel hatten –, daher wollte er sich auch nicht näher damit beschäftigen. „Ich zeige Euch beim nächsten Vollmond gerne die Stelle“, meinte Kuno, „doch dann verziehe ich mich lieber und möchte meine Ruhe haben.“
„Oh, oh“, dachte ich, „der wagemutigste Zwerg bin ich ja nicht gerade …“ Wuschel musste meine Bedenken bemerkt haben, denn plötzlich meinte er: „Friedel, hab’ keine Sorge, das ist genau die richtige Aufgabe für mich! Beim nächsten Vollmond werde ich mich zum Grillental schleichen und herausfinden, was sich dort ereignet …“
Ein wirklich mutiges kleines Eichhörnchen! Würdest Du Dich das auch trauen?
Folge links dem Pfad am alten Hotel vorbei … Vielleicht siehst Du ja Kuno, wie er sich im seichten Wasser in der Sonne wärmt…