Station 1: „Friedel am Hüttengraben“
Hallo! Ich bin’s wieder: Friedel, der Wächterzwerg vom Scholben. Schön, dass Du dieses besondere Plätzchen gefunden hast! Also für mich ist es zumindest ein ganz besonderer Ort, denn hier fing vor ein paar Jahren ein spannendes Abenteuer an, das ich nie vergessen werde … Aber ich berichte Dir von Anfang an:
Du siehst hier den Hüttengraben von Bad Lauterberg. In alten Zeiten wurden die Gräben angelegt, um die Bergwerke zu betreiben. Nach der Einstellung des Erzabbaus, in der Zeit des frühen 19. Jahrhunderts, wurde weiterhin die Königshütte, eine ehemalige Hochofenanlage, Drahtzieherei und Gießerei in Bad Lauterberg mit Wasser versorgt. Sie war das größte kurhannoversche Eisenhüttenwerk in dieser Zeit und steht als technisches Denkmal unter Denkmalschutz. Der Springbrunnen in der Mitte des großen Platzes wurde 1889 für die Weltausstellung in Paris gefertigt und besteht aus Harzer Gusseisen.
Auf einer meiner Inspektionsrunden, um zu schauen, ob rund um den Kurpark alles seinen rechten Gang geht, saß ich eines Nachts bei Vollmond hier auf der Bank und lauschte den Geräuschen der schlafenden Stadt und des schlummernden Waldes – hast Du das schon mal gemacht? In die Stille der Nacht gelauscht? Probiere es ruhig einmal aus!
Während ich so da saß, hörte ich ein ganz leises Säuseln und Raunen … Es kam aus dem Wasser des Hüttengrabens, als ob es mir etwas erzählen wollte … Also ging ich ganz nahe an die plätschernden Wellen heran, die mit einer ziemlich schnellen Geschwindigkeit den Graben hinabströmten… Mach das aber bitte nicht nach! Denn wer in den Graben hineinfällt, kommt nicht mehr hinaus, da die Strömung soo stark ist … Außerdem erzählen die alten Bad Lauterberger, dass im Hüttengraben der böse Wassermann wohnt – aber das ist eine andere Geschichte.
Ich hielt mich also gut an einer Wurzel fest, um möglichst dicht an das rauschende Wasser heranzukommen, und plötzlich hörte ich es ganz deutlich: „Hilf mir … hilf mir …“ schallte mir eine liebreizende Stimme entgegen – und war gleich darauf wieder verschwunden…
Na, was glaubst Du, wie erstaunt ich war … Schließlich höre ich ja nicht jeden Tag Stimmen … Verwundert ging ich zurück zur Bank und muss dann eingeschlafen sein… Als ich in der Morgendämmerung wieder erwachte, war ich mir nicht mehr sicher, ob ich das alles nur geträumt hatte … Brauchte da wirklich jemand meine Hilfe? Was meinst Du?