Friedel mit Kochlöffel
„Mahlzeit“ – so begrüßen sich die Köche, hab‘ ich mal gehört… Also ich, als waschechter Harzer Zwerg, genannt Friedel vom Scholben, würde ja eher sagen: „Glückauf“, sei gegrüßt, Zwergenkumpel! Schön, dass Du mich entdeckt hast. Ich stehe hier mit einem Kochlöffel in der Hand, denn hinter mir im Restaurant gibt es viele Leckereien. Du stehst vor dem altehrwürdigen Kurhaus von Bad Lauterberg – es ist schon über 100 Jahre alt. Im Jahr 1912 wurde es eröffnet und hat somit einen der ältesten Kursäle im Harz, der auch noch bewirtschaftet wird.
Hier gab es immer große Tanz- und Musikveranstaltungen, viele Künstler traten auf – und auch heutzutage ist immer noch was los. Gerade letztens hat der Kulturkreis eine Literaturlesung organisiert. Die Autorin der Harzer Hexenkrimis war da, zusammen mit Wesen aus der Harzer Schattenwelt … Das war ganz schön unheimlich – gut, dass mir solche Wesen nicht hier im Wald begegnen! Woher ich das alles weiß? Na, ich war dabei. Nicht immer, aber öfter mal habe ich mich reingeschlichen – zum Glück bin ich ja klein genug und wurde nicht entdeckt. Was es nicht alles zu sehen gab: Pompöser Glanz und Gloria, weicher roter Samt und funkelnde Kronleuchter …
Am schönsten fand ich die großen Weihnachts- und Silvesterbälle mit anschließendem Feuerwerk im Kurpark. Auch heute noch kannst Du hier im Restaurant gut essen und trinken. Die großen Menschen feiern Feste oder sitzen auf der Terrasse und lauschen dem Kurkonzert. Denk Dir, manche Menschen tanzen sogar dazu … schwofen mitten im Kurpark … Na, das wäre nix für mich, ich halte mich lieber an unsere zünftigen Zwergenpolkas. Trotzdem schaue ich immer gerne zu und „spioniere“ etwas herum – als Wächterzwerg muss ich ja schließlich auf dem Laufenden bleiben, was so rund um den Scholben passiert…
Aber ich muss echt sehr vorsichtig sein… Neulich hätten mich die neuen Wirtsleute beinahe entdeckt … Da bin ich aus Versehen gegen eine Kommode im blauen Salon gestoßen und es hat ganz laut gerumpelt. Doch, wie lustig, seitdem glaubt die Wirtin, dass es einen Hausgeist gibt…pah, als ob es Geister geben würde. Aber nett wie sie ist, stellt sie seitdem immer ein kleines Gläschen Harzer Kräuterlimonade an den Bühneneingang – „für den Hausgeist“. 😉 Hach, und im Lokal duftet es immer so gut! Kuchen, Torten und Eis würde ich zu gerne einmal naschen. Die großen Menschen lieben ja die Harzer Spezialitäten wie Wildcurrywurst, Bärlauchcremesuppe oder Harzer Raucher … Das sollen sie mal schön alleine essen … Ich bleibe da lieber bei meinen Pilzen und Beeren, die ich im Wald finde… In diesem Sinne: Lasst es Euch schmecken!
Euer Friedel